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« alle Titel vom Autor
Ichimura, Yuko
« alle Titel vom Autor Rittmann, Tim 3/11 - Tagebuch nach Fukushima - Preis: € 12,90 Einband: Pb - Auflage: 1. Auflage Verlag: Carlsen /KNO VA Erscheinungsdatum: 03/2012 Seiten: ca. 180 S. - 21,0 x 14,5 cm ISBN-10: 3-551-79188-0 ISBN-13: 978-3-551-79188-7
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Rezensionen
Kundenrezension von Anton: http://grizzlyfear.schnaberlack.de/
Am 11. März jährte sich das Erdbeben in Japan zum ersten Mal. Yuko Ichimura, Werberegisseurin aus Tokyo wurde an diesem Tag, wie alle Japaner, unvorbereitet von einer riesigen Katastrophe heimgesucht. Von März bis September veröffentlichte sie gemeinsam mit Tim Rittmann ihre Gedanken und Gefühle als illustriertes Web-Tagebuch auf dem SZ Blog. Diese Netzpublikation liegt nun gedruckt in einem Band beim Carlsen Verlag vor.
Zum Zeitpunkt des Erdbebens befand sich Yoko auf dem Weg zu einem Meeting und wurde eiskalt überrascht. Mit lockerem, grobem Strich erzählt Yuko in einem kurzen Comic von den Minuten und Stunden während und nach dem Beben. Man erkennt hier sehr gut die Ratlosigkeit und Hilflosigkeit der Japaner in dieser Momenten. Die folgenden Tage und Monate werden in ruhigen unaufgeregten Tagebucheinträgen erzählt. Bemerkenswert, wie ruhig man im Angesicht solch einer Katastrophe bleiben kann. Yuko steht hier wohl stellvertretend für viele Japaner, die Ruhe bewahrten und sich konzentriert überlegten, wie sie sich und ihren Mitmenschen am besten helfen können. Nie liest man etwas von Panik. Angst und Hilflosigkeit kommen öfter vor, aber bevor Yuko in Panik ausbricht, macht sie lieber einen ausgedehnten Wochenendausflug mit ihrem Freund, um sich zu entspannen.
3/11 - Tagebuch nach Fukushima ist eine bemerkenswert ruhige und persönliche Erzählung, wenn man berücksichtigt welche Wellen die Dreifach-Katastrophe und die Folgen in Deutschland und Europa schlugen. Man erfährt was für ein gesammeltes Volk die Japaner sind, die kollektiv Strom sparen um ihre Nation am Leben zu erhalten. Yuko erzählt von ihren Freunden, die viele kleine Aktionen starten um ihren Mitbürgern zu helfen. Sie erzählt ihre Geschichte in so persönlichen Worten, dass man ihre Sorgen und Ängste sehr gut nachempfinden kann. Und ihre gezeichneten, persönlichen Geschichten zur Katastrophe führen den Leser deutlich näher an das Geschehen als es viele Berichterstattungen damals waren.
Auch wenn Yukos Tagebuch kein Comic im herkömmlichen Sinn ist, kann man den Band uneingeschränkt empfehlen. Nichts wird überspitzt, nicht überdramatisiert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Buch auch im Schulunterricht gut eingesetzt werden kann.


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